Was ist Metoprolol?
Metoprolol ist ein kardioselektiver Beta-1-Rezeptorblocker und einer der am längsten eingesetzten Betablocker. Es wird zur Behandlung von Bluthochdruck, Angina pectoris, Herzrhythmusstörungen, zur Vorbeugung nach Herzinfarkt und bei Herzinsuffizienz eingesetzt.
Metoprolol ist in zwei Salzformen erhältlich: Metoprololsuccinat (Retardform, z. B. Beloc Zok) für eine gleichmäßige Wirkung über 24 Stunden und Metoprololtartrat (z. B. MetoHEXAL®, Metoprolol 50 - 1 A Pharma®) mit kürzerer Wirkdauer. Die Retardform wird bevorzugt, da sie nur einmal täglich eingenommen werden muss.
Metoprolol wird auch zur Behandlung von funktionellen Herzbeschwerden (Herzrasen bei Aufregung) und zur Migräneprophylaxe verwendet.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Metoprolol
Metoprolol blockiert selektiv die Beta-1-Rezeptoren am Herzen:
Wirkmechanismus:
- Kardioselektive Beta-1-Blockade
- Senkt Herzfrequenz und Blutdruck
- Vermindert den Sauerstoffverbrauch des Herzens
- Reduziert die Renin-Ausschüttung
Zwei Zubereitungsformen:
- Metoprololtartrat: schneller Wirkungseintritt, Wirkdauer 8-12 Stunden, 2-3x täglich
- Metoprololsuccinat (Retard/Zok): gleichmäßige Freisetzung, Wirkdauer 24 Stunden, 1x täglich
Zusätzliche Wirkungen:
- Antiarrhythmische Wirkung (Klasse II)
- Schutz vor Kammerflimmern nach Herzinfarkt
- Migräneprophylaktische Wirkung
- Anxiolytische Wirkung bei Lampenfieber und Prüfungsangst
Wirkungseintritt: Metoprololtartrat: nach 1-2 Stunden. Metoprololsuccinat (Retard): gleichmäßiger Wirkspiegel über 24 Stunden.
Für wen ist es geeignet?
Metoprolol ist geeignet für:
- Erwachsene mit Bluthochdruck
- Angina pectoris (stabile und instabile)
- Herzrhythmusstörungen (Tachyarrhythmien)
- Chronische Herzinsuffizienz (stabil, NYHA II-IV)
- Nach Herzinfarkt (Sekundärprävention)
- Migräneprophylaxe
- Funktionelle Herzbeschwerden
Besonders empfohlen bei:
- Bluthochdruck mit Tachykardie
- Koronare Herzkrankheit
- Herzinsuffizienz als Zusatztherapie
- Vorhofflimmern zur Frequenzkontrolle
Nicht geeignet:
- Schweres Asthma bronchiale
- AV-Block II./III. Grades
- Schwere Bradykardie (unter 50/min)
- Dekompensierte Herzinsuffizienz
- Kardiogener Schock
Verfügbare Dosierungen
Bluthochdruck (Metoprololsuccinat/Retard):
- Startdosis: 47,5 mg (oder 50 mg) einmal täglich
- Übliche Dosis: 95-190 mg einmal täglich
- Maximaldosis: 190 mg täglich
Bluthochdruck (Metoprololtartrat):
- Startdosis: 50 mg zweimal täglich
- Übliche Dosis: 100-200 mg täglich (aufgeteilt)
- Maximaldosis: 200 mg täglich
Herzinsuffizienz (nur Metoprololsuccinat):
- Startdosis: 23,75 mg einmal täglich
- Langsame Steigerung alle 2 Wochen
- Zieldosis: 190 mg einmal täglich
Verfügbare Stärken:
- Tartrat: 50 mg, 100 mg, 200 mg
- Succinat (Retard): 23,75 mg, 47,5 mg, 95 mg, 190 mg
Bekannte Präparate:
- Beloc Zok (Metoprololsuccinat)
- MetoHEXAL® (Metoprololtartrat)
- Metoprolol 50 - 1 A Pharma®
Einnahmehinweise
Einnahme Metoprololsuccinat (Retard/Zok):
- Einmal täglich, vorzugsweise morgens
- Unabhängig von Mahlzeiten
- Tablette unzerkaut mit Wasser schlucken
- Retardtabletten nicht teilen oder zerkauen
Einnahme Metoprololtartrat:
- Zweimal täglich (morgens und abends)
- Zu oder nach den Mahlzeiten (verbesserte Aufnahme)
- Tabletten können geteilt werden
Wichtige Hinweise:
- Niemals abrupt absetzen – langsam ausschleichen!
- Regelmäßige Puls- und Blutdruckkontrolle
- Anästhesisten vor Operationen informieren
- Bei Diabetikern: Blutzucker engmaschig kontrollieren
Gegenanzeigen
Metoprolol darf nicht eingenommen werden bei:
- Überempfindlichkeit gegen Metoprolol oder andere Betablocker
- AV-Block II./III. Grades
- Dekompensierte Herzinsuffizienz
- Schwere Bradykardie (unter 50/min)
- Sick-Sinus-Syndrom (ohne Schrittmacher)
- Kardiogener Schock
- Schwere Hypotonie
- Schweres Asthma bronchiale
- Unbehandeltes Phäochromozytom
Vorsicht bei:
- Leichtem Asthma oder COPD (ggf. niedrige Dosis)
- Diabetes mellitus
- Periphere Durchblutungsstörungen
- Psoriasis
- Depression
Schwangerschaft: Nur bei strenger Indikation. Kann zu fetaler Bradykardie und Wachstumsverzögerung führen. Engmaschige Überwachung nötig.
Mögliche Nebenwirkungen
Häufig (1-10%):
- Müdigkeit, Schwindel
- Bradykardie (langsamer Puls)
- Kalte Extremitäten
- Magen-Darm-Beschwerden
- Kopfschmerzen
Gelegentlich (0,1-1%):
- Gewichtszunahme
- Depressive Verstimmungen
- Schlafstörungen, Albträume
- Potenzstörungen
- Hautausschlag
- Atemnot bei Belastung
Selten:
- Bronchospasmus
- Verschlechterung einer Psoriasis
- Trockene Augen (wichtig für Kontaktlinsenträger)
- Leberwerterhöhungen
Hinweis: Die Retardform (Metoprololsuccinat) wird in der Regel besser vertragen als die schnell freisetzende Form, da die Wirkspiegel gleichmäßiger sind.
Wechselwirkungen
Kontraindiziert mit:
- Verapamil oder Diltiazem i.v.
- MAO-Hemmer (Ausnahme MAO-B-Hemmer)
Vorsicht bei:
- Verapamil/Diltiazem oral → verstärkte Bradykardie
- Antiarrhythmika → verstärkte kardiodepressive Wirkung
- Clonidin → Rebound bei gleichzeitigem Absetzen
- Digitalispräparate → verstärkte Bradykardie
- Adrenalin (Epinephrin) → paradoxer Blutdruckanstieg möglich
- CYP2D6-Hemmer (Fluoxetin, Paroxetin, Chinidin) → erhöhte Metoprolol-Spiegel
Wichtig: Metoprolol wird über CYP2D6 abgebaut. Medikamente, die dieses Enzym hemmen, können die Metoprolol-Wirkung deutlich verstärken. Etwa 7% der Bevölkerung sind langsame CYP2D6-Metabolisierer und benötigen möglicherweise niedrigere Dosen.
Häufige Fragen
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Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt. Lesen Sie vor der Einnahme die Packungsbeilage.





