Was ist Ramipril?
Ramipril ist ein ACE-Hemmer (Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmer) und gehört zu den am häufigsten verordneten Blutdruckmedikamenten in Deutschland. Es wird zur Behandlung von Bluthochdruck (Hypertonie), Herzinsuffizienz und zum Schutz der Nieren bei Diabetes eingesetzt.
Der Wirkstoff senkt den Blutdruck zuverlässig und schützt gleichzeitig Herz, Gefäße und Nieren vor Folgeschäden des Bluthochdrucks. Ramipril wird einmal täglich eingenommen und ist als Generikum von zahlreichen Herstellern erhältlich, darunter Ramipril-1 A Pharma®, Ramipril HEXAL® und Ramipril-ratiopharm®.
Ramipril ist auch in Kombinationspräparaten mit Amlodipin oder Hydrochlorothiazid (HCT) verfügbar.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Ramipril
Ramipril greift in das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS) ein:
Wirkmechanismus:
- Hemmt das Angiotensin-Converting-Enzym (ACE)
- Dadurch wird weniger Angiotensin II gebildet
- Angiotensin II ist ein starker Gefäßverenger
- Weniger Angiotensin II bedeutet: Gefäße weiten sich, Blutdruck sinkt
Zusätzliche Effekte:
- Verringert die Aldosteron-Ausschüttung (weniger Wasser- und Salzretention)
- Hemmt den Abbau von Bradykinin (gefäßerweiternd)
- Schützt Herz und Nieren vor Umbauprozessen (Remodeling)
- Verbessert die Funktion der Gefäßinnenwand (Endothel)
Wirkungseintritt: Die blutdrucksenkende Wirkung beginnt nach 1-2 Stunden. Die maximale Wirkung wird nach 3-6 Stunden erreicht. Eine stabile Blutdrucksenkung stellt sich nach 3-4 Wochen regelmäßiger Einnahme ein.
Für wen ist es geeignet?
Ramipril ist geeignet für:
- Erwachsene mit Bluthochdruck (arterielle Hypertonie)
- Patienten mit Herzinsuffizienz
- Nach Herzinfarkt zur Nachbehandlung
- Patienten mit diabetischer Nephropathie (Nierenschutz)
- Zur kardiovaskulären Prävention bei Hochrisikopatienten
Besonders empfohlen bei:
- Diabetes mit Bluthochdruck
- Herzinsuffizienz
- Nach Herzinfarkt
- Eiweißausscheidung im Urin (Proteinurie)
Nicht geeignet:
- Schwangerschaft und Stillzeit
- Beidseitige Nierenarterienstenose
- Angioödem in der Vorgeschichte
- Gleichzeitige Anwendung mit Aliskiren bei Diabetes
Verfügbare Dosierungen
Bluthochdruck:
- Startdosis: 2,5 mg einmal täglich
- Übliche Erhaltungsdosis: 5-10 mg einmal täglich
- Maximaldosis: 10 mg täglich
Herzinsuffizienz:
- Startdosis: 1,25 mg einmal täglich
- Langsame Steigerung über Wochen
- Zieldosis: 10 mg täglich
Verfügbare Stärken:
- 1,25 mg, 2,5 mg, 5 mg, 10 mg Tabletten
Kombinationspräparate:
- Ramipril + Amlodipin (z. B. Ramipril HEXAL® plus Amlodipin)
- Ramipril + Hydrochlorothiazid (z. B. Ramipril-1 A Pharma® plus)
Einnahmehinweise
Einnahme:
- Einmal täglich, immer zur gleichen Tageszeit
- Unabhängig von Mahlzeiten
- Mit ausreichend Wasser schlucken
- Tablette nicht zerkauen
Dosisanpassung:
- Beginn mit niedriger Dosis
- Langsame Steigerung alle 2-4 Wochen
- Blutdruck und Nierenwerte regelmäßig kontrollieren
Wichtige Hinweise:
- Nicht plötzlich absetzen – Dosis langsam reduzieren
- Bei vergessener Dosis: Nachholen, wenn weniger als 12 Stunden vergangen
- Regelmäßige Blutdruckkontrolle empfohlen
- Kalium-haltige Salzersatzmittel meiden
Gegenanzeigen
Ramipril darf nicht eingenommen werden bei:
- Überempfindlichkeit gegen Ramipril oder andere ACE-Hemmer
- Angioödem in der Vorgeschichte (auch hereditär)
- Beidseitiger Nierenarterienstenose
- Schwangerschaft und Stillzeit
- Gleichzeitiger Anwendung mit Aliskiren bei Diabetikern
Vorsicht bei:
- Eingeschränkter Nierenfunktion (Dosisanpassung)
- Aortenstenose oder Mitralstenose
- Erhöhtem Kaliumspiegel
- Gleichzeitiger Dialyse
- Kollagenosen (z. B. Lupus)
- Leberfunktionsstörungen
Schwangerschaft: ACE-Hemmer sind in der gesamten Schwangerschaft kontraindiziert. Sie können schwere Fehlbildungen und Schäden beim ungeborenen Kind verursachen. Bei Kinderwunsch rechtzeitig umstellen.
Mögliche Nebenwirkungen
Häufig (1-10%):
- Trockener Reizhusten (bis zu 10% der Patienten)
- Schwindel, besonders zu Beginn
- Kopfschmerzen
- Müdigkeit
- Erhöhte Kaliumwerte
Gelegentlich (0,1-1%):
- Blutdruckabfall (besonders bei Erstgabe)
- Nierenfunktionsstörungen
- Hautausschlag
- Magen-Darm-Beschwerden
- Geschmacksstörungen
Selten, aber ernst:
- Angioödem (Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge) – sofort Notarzt rufen!
- Starker Blutdruckabfall
- Schwere Nierenfunktionsstörung
Reizhusten: Der trockene Husten ist die häufigste Ursache für einen Wechsel des Medikaments. Er tritt bei etwa 5-10% der Patienten auf und verschwindet nach Absetzen. Alternative: Wechsel auf einen AT1-Blocker (Sartan).
Wechselwirkungen
Kontraindiziert mit:
- Aliskiren bei Diabetes oder Niereninsuffizienz
- Sacubitril/Valsartan (36 Stunden Abstand)
Vorsicht bei gleichzeitiger Einnahme von:
- Kaliumsparende Diuretika (Spironolacton, Triamteren) – Hyperkaliämie
- NSAR (Ibuprofen, Diclofenac) – verminderte Wirkung, Nierenschäden
- Lithium – erhöhte Lithiumspiegel
- Andere Blutdrucksenker – verstärkte Blutdrucksenkung
- Antidiabetika – verstärkte Blutzuckersenkung
Wichtig: Kaliumhaltige Nahrungsergänzungsmittel und Salzersatzmittel meiden. Regelmäßige Kontrolle der Nierenwerte und des Kaliums empfohlen.
Häufige Fragen
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Ein zugelassener Arzt prüft Ihre Angaben und stellt bei Eignung ein Rezept aus. Diskret und sicher.
Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt. Lesen Sie vor der Einnahme die Packungsbeilage.





