Was ist Telemedizin?
Telemedizin bezeichnet die Erbringung medizinischer Leistungen über räumliche Entfernung hinweg mithilfe digitaler Kommunikationstechnologien. Statt persönlich in einer Arztpraxis zu erscheinen, findet die Konsultation per Video, Chat oder strukturiertem Fragebogen statt.
In Deutschland hat die Telemedizin seit der Lockerung des Fernbehandlungsverbots im Jahr 2018 und verstärkt durch die Digitalisierung im Gesundheitswesen enorm an Bedeutung gewonnen. Inzwischen nutzen Millionen Deutsche regelmäßig telemedizinische Angebote für verschiedenste Anliegen.
Der Begriff umfasst verschiedene Formen: Von der reinen Telekonsultation zwischen Patient und Arzt über die Teleradiologie bis hin zur Teletherapie. Für Patienten besonders relevant ist die direkte Arzt-Patient-Kommunikation, die in vielen Fällen einen klassischen Praxisbesuch ersetzen kann.
Vorteile der Telemedizin für Patienten
Die Vorteile telemedizinischer Behandlungen sind vielfältig und betreffen sowohl die Zugänglichkeit als auch die Qualität der Versorgung:
Zeitersparnis und Flexibilität: Keine Anfahrtswege, keine Wartezeiten im Wartezimmer. Die Konsultation kann von zu Hause, vom Arbeitsplatz oder unterwegs erfolgen. Gerade bei Berufstätigen oder Eltern mit kleinen Kindern ist dieser Vorteil nicht zu unterschätzen.
Diskretion: Besonders bei sensiblen Gesundheitsthemen wie Erektionsstörungen, Geschlechtskrankheiten oder psychischen Beschwerden bietet die Telemedizin eine niedrige Hemmschwelle. Patienten müssen sich nicht im Wartezimmer zeigen und können in vertrauter Umgebung über ihre Beschwerden sprechen.
Zugang in unterversorgten Regionen: In ländlichen Gebieten mit Ärztemangel kann die Telemedizin eine wichtige Versorgungslücke schließen. Patienten erhalten Zugang zu Fachärzten, die vor Ort möglicherweise nicht verfügbar sind.
Schnelle Verfügbarkeit: Bei vielen Anbietern ist eine ärztliche Einschätzung innerhalb weniger Stunden möglich. Gerade bei unkomplizierten Anliegen wie Folgerezepten oder bekannten Beschwerden ist dies ein erheblicher Zeitgewinn gegenüber der Terminvergabe bei niedergelassenen Ärzten.
Wann ist Telemedizin geeignet?
Telemedizin ist nicht für jede Situation der richtige Weg. Sie eignet sich besonders gut für:
Folgerezepte und Wiederholungsverordnungen: Wenn ein Medikament bereits bekannt ist und regelmäßig eingenommen wird, kann die Verschreibung oft telemedizinisch erfolgen. Dazu gehören etwa Medikamente gegen Bluthochdruck, die Antibabypille oder Schilddrüsenpräparate.
Klar abgrenzbare Beschwerdebilder: Erkältungssymptome, Harnwegsinfekte, Hautprobleme oder Allergiebeschwerden lassen sich telemedizinisch oft gut einschätzen. Voraussetzung ist, dass keine körperliche Untersuchung zwingend notwendig ist.
Psychische Gesundheit: Beratungsgespräche, Therapiesitzungen und psychiatrische Konsultationen sind für die Telemedizin gut geeignet, da hier das Gespräch im Vordergrund steht.
Nicht geeignet ist Telemedizin bei: Akuten Notfällen (Brustschmerzen, Atemnot, starke Blutungen), Beschwerden, die eine körperliche Untersuchung erfordern, komplexen Erstdiagnosen und chirurgischen Eingriffen. In diesen Fällen ist stets der persönliche Arztkontakt oder die Notaufnahme der richtige Weg.
Rechtlicher Rahmen in Deutschland
Die rechtlichen Grundlagen der Telemedizin in Deutschland haben sich in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt:
Fernbehandlung: Seit der Änderung der Musterberufsordnung für Ärzte 2018 ist eine ausschließliche Fernbehandlung unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt. Der behandelnde Arzt muss sich dabei ein ausreichendes Bild vom Gesundheitszustand des Patienten machen können.
Rezeptausstellung: Ärzte dürfen Rezepte auch nach einer telemedizinischen Konsultation ausstellen, sofern die medizinische Sorgfaltspflicht gewahrt bleibt. Dies schließt verschreibungspflichtige Medikamente ausdrücklich ein.
Datenschutz: Telemedizinische Anbieter unterliegen den strengen Anforderungen der DSGVO und des Patientendatenschutzgesetzes. Die Kommunikation muss Ende-zu-Ende-verschlüsselt erfolgen, und Gesundheitsdaten werden als besonders schützenswert behandelt.
Qualitätssicherung: Die behandelnden Ärzte müssen in Deutschland approbiert sein und unterliegen denselben berufsrechtlichen Pflichten wie bei der klassischen Behandlung. Eine sorgfältige Anamnese und die Aufklärung des Patienten sind auch bei der Fernbehandlung Pflicht.
So funktioniert eine Online-Behandlung bei deinrezept
Der Ablauf einer telemedizinischen Behandlung über eine Online-Plattform wie deinrezept ist bewusst einfach und strukturiert gehalten:
1. Behandlung auswählen: Sie wählen das passende Krankheitsbild aus dem Angebot. Preise und Leistungen sind transparent einsehbar, bevor Sie sich festlegen.
2. Medizinischer Fragebogen: Ein strukturierter Fragebogen erfasst Ihre Beschwerden, Vorerkrankungen, aktuelle Medikation und weitere relevante Informationen. Je vollständiger und ehrlicher Ihre Angaben sind, desto besser kann der Arzt einschätzen, ob die Behandlung für Sie geeignet ist.
3. Ärztliche Prüfung: Ein in Deutschland approbierter Arzt prüft Ihre Angaben sorgfältig. Bei Rückfragen werden Sie kontaktiert. Nur wenn die Behandlung medizinisch vertretbar ist, wird ein Rezept ausgestellt.
4. Rezept und Versorgung: Bei positiver Entscheidung erhalten Sie Ihr Rezept und je nach Behandlung eine diskrete Versorgung über eine Partnerapotheke mit Versand direkt zu Ihnen nach Hause.
Der gesamte Prozess ist darauf ausgelegt, medizinische Sicherheit mit maximaler Zugänglichkeit zu verbinden. Bei Unklarheiten oder wenn die Telemedizin nicht der richtige Weg ist, wird Ihnen ein persönlicher Arztbesuch empfohlen.




