Was ist Pulmicort?
Pulmicort ist ein inhalatives Kortikoid (ICS), das den Wirkstoff Budesonid enthält. Es ist das weltweit am häufigsten verschriebene inhalative Kortikoid und bildet die Basis der Asthma-Langzeittherapie.
Anders als Bronchodilatatoren lindert Pulmicort nicht akute Atemnot, sondern wirkt vorbeugend: Es reduziert die chronische Entzündung in den Atemwegen und verhindert so Asthmaanfälle. Die Wirkung baut sich über Tage bis Wochen auf.
Pulmicort ist als Turbuhaler, Dosieraerosol und als Suspension für Vernebler erhältlich.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Budesonid
Budesonid wirkt entzündungshemmend in den Atemwegen:
Wirkmechanismus: 1. Budesonid gelangt in die Zellen der Atemwege 2. Bindet an Glukokortikoidrezeptoren 3. Aktiviert entzündungshemmende Gene 4. Hemmt die Produktion von Entzündungsmediatoren
Effekte:
- Reduziert Schwellung der Bronchialschleimhaut
- Verringert Schleimproduktion
- Senkt die Überempfindlichkeit der Atemwege
- Verhindert Umbauprozesse (Remodeling)
Zeitverlauf:
- Erste Effekte nach einigen Tagen
- Volle Wirkung nach 1-2 Wochen regelmäßiger Anwendung
- Keine Sofortwirkung bei akuter Atemnot!
Für wen ist es geeignet?
Pulmicort ist geeignet für:
- Alle Schweregrade von Asthma (als Basistherapie)
- Kinder ab 6 Jahren (Turbuhaler)
- Kleinkinder (Verneblerlösung)
- COPD (in Kombination mit anderen Medikamenten)
Einsatzgebiete:
- Leichtes persistierendes Asthma (allein)
- Mittelschweres/schweres Asthma (oft mit LABA kombiniert)
- Stufenweise Therapieanpassung
Nicht geeignet für:
- Akute Asthmaanfälle (wirkt nicht sofort)
- Alleinige Therapie bei schwerem Asthma
Verfügbare Dosierungen
Pulmicort Turbuhaler:
- 100 µg pro Dosis (für Kinder)
- 200 µg pro Dosis
- 400 µg pro Dosis
Pulmicort Dosieraerosol:
- 50 µg pro Hub
- 200 µg pro Hub
Dosierung bei Asthma (Erwachsene):
- Leicht: 200-400 µg täglich
- Mittel: 400-800 µg täglich
- Schwer: 800-1600 µg täglich
Bei Kindern:
- Niedrigere Dosen je nach Alter und Schweregrad
Einnahmehinweise
Turbuhaler: 1. Schutzkappe abdrehen 2. Aufrecht halten, Drehgriff nach rechts und zurück drehen (Klick) 3. Tief ausatmen (nicht in den Inhalator) 4. Mundstück umschließen, kräftig einatmen 5. Atem 10 Sekunden anhalten 6. Mund ausspülen, ausspucken
Dosieraerosol:
- Mit Koordination oder besser mit Spacer
- Nach Inhalation Mund ausspülen
Wichtig:
- Regelmäßig anwenden, auch ohne Beschwerden
- Nicht abrupt absetzen
- Mund immer ausspülen (Mundsoor-Prävention)
- Wirkung braucht Zeit – Geduld!
Gegenanzeigen
Nicht anwenden bei:
- Überempfindlichkeit gegen Budesonid
Vorsicht bei:
- Aktiver Lungentuberkulose
- Pilz-, Virus- oder bakteriellen Atemwegsinfektionen
- Schwerer Leberinsuffizienz (verzögerter Abbau)
Schwangerschaft: Kann und sollte bei Asthma angewendet werden. Unkontrolliertes Asthma ist gefährlicher als inhalatives Budesonid.
Stillzeit: Geht in geringen Mengen in die Muttermilch über. Anwendung möglich.
Mögliche Nebenwirkungen
Häufig (1-10%):
- Mundsoor (Candidiasis)
- Heiserkeit
- Reizung im Rachenraum
- Husten nach Inhalation
Gelegentlich:
- Kopfschmerzen
- Geschmacksstörungen
- Übelkeit
Selten (bei hohen Dosen/Langzeittherapie):
- Systemische Kortikoideffekte
- Nebennierensuppression
- Wachstumsverlangsamung bei Kindern
- Hautveränderungen (Blutergüsse)
- Osteoporose
- Katarakt, Glaukom
Vorbeugung:
- Mund nach Inhalation ausspülen
- Niedrigstmögliche effektive Dosis verwenden
Wechselwirkungen
Wechselwirkungen:
- CYP3A4-Hemmer (Ketoconazol, Itraconazol, Ritonavir) – erhöhte Budesonid-Spiegel
- Östrogene – können Budesonid-Effekte verstärken
Keine relevante Wechselwirkung mit:
- Bronchodilatatoren (sinnvolle Kombination)
- Den meisten anderen Medikamenten
Hinweis: Bei gleichzeitiger Einnahme starker CYP3A4-Hemmer kann systemische Kortikoidwirkung auftreten.
Häufige Fragen
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Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt. Lesen Sie vor der Einnahme die Packungsbeilage.





