Was ist Prednisolon?
Prednisolon ist ein synthetisches Glukokortikoid (Kortison-Präparat) mit starker entzündungshemmender und immunsuppressiver Wirkung. Es wird bei Schmerzbehandlungen eingesetzt, wenn eine ausgeprägte Entzündungskomponente vorliegt.
Im Bereich der Schmerztherapie wird Prednisolon vor allem kurzzeitig bei akuten Entzündungsschüben eingesetzt, etwa bei Gichtanfällen, rheumatischen Schüben, starken Nervenwurzelreizungen (Bandscheibenvorfall) oder aktivierter Arthrose.
Prednisolon hat eine etwa 4-fach stärkere entzündungshemmende Wirkung als Hydrocortison und ist das am häufigsten verwendete orale Glukokortikoid in Deutschland.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Prednisolon
Prednisolon wirkt über Glukokortikoid-Rezeptoren:
Wirkmechanismus:
- Bindet an intrazelluläre Glukokortikoid-Rezeptoren
- Hemmt die Produktion von Entzündungsmediatoren (Prostaglandine, Leukotriene, Zytokine)
- Unterdrückt die Immunreaktion
- Stabilisiert Zellmembranen und reduziert Schwellung
Wirkprofil:
- Stark entzündungshemmend: Stärker als jedes NSAR
- Immunsuppressiv: Unterdrückt überschießende Immunreaktionen
- Antiallergisch: Hemmt allergische Reaktionen
- Abschwellend: Reduziert Ödeme und Gewebeschwellungen
Pharmakokinetik:
- Wirkungseintritt: 1–2 Stunden
- Biologische Halbwertszeit: 12–36 Stunden
- Wird in der Leber metabolisiert
Für wen ist es geeignet?
Prednisolon wird bei Schmerzen eingesetzt bei:
- Akutem Gichtanfall
- Rheumatischen Schüben
- Nervenwurzelreizung (Bandscheibenvorfall)
- Aktivierter Arthrose mit Entzündung
- Starken Entzündungsreaktionen des Bewegungsapparates
- Schulterschmerzen (Frozen Shoulder, Tendinitis)
Kurzzeitanwendung bevorzugt:
- Stoßtherapie über wenige Tage
- Ausschleichendes Absetzen bei längerer Anwendung
Nicht geeignet als Dauermedikation bei:
- Einfachen Schmerzen ohne Entzündung
- Arthrose ohne aktive Entzündungskomponente
Verfügbare Dosierungen
Tabletten:
- 5 mg, 10 mg, 20 mg, 50 mg
Kurzzeittherapie bei Schmerzen (Beispiele):
- Akuter Gichtanfall: 30–35 mg/Tag für 5 Tage
- Bandscheiben-Nervenwurzelreizung: 60–80 mg, ausschleichend über 1–2 Wochen
- Rheumatischer Schub: 20–40 mg/Tag, schrittweise reduzieren
Wichtig:
- Morgens einnehmen (entspricht dem natürlichen Cortisol-Rhythmus)
- Bei > 5 Tagen ausschleichend absetzen
Einnahmehinweise
Einnahme:
- Morgens nach dem Frühstück (Tagesrhythmus beachten)
- Tabletten mit Wasser einnehmen
- Zum Essen einnehmen (bessere Magenverträglichkeit)
Stoßtherapie (kurzzeitig):
- Hohe Dosis für wenige Tage
- Abruptes Absetzen meist möglich bei < 5 Tagen
Ausschleichendes Absetzen (bei > 1 Woche):
- Dosis schrittweise reduzieren
- Nicht abrupt absetzen (Nebennieren-Insuffizienz!)
- Schema vom Arzt vorgeben lassen
Wichtige Hinweise:
- Nicht eigenmächtig absetzen oder Dosis ändern
- Bei Langzeitanwendung: Magenschutz, Vitamin D, Calcium
Gegenanzeigen
Bei Kurzzeitanwendung nur wenige absolute Kontraindikationen:
- Überempfindlichkeit gegen Prednisolon
- Systemische Pilzinfektionen
Bei Langzeitanwendung Vorsicht bei:
- Diabetes mellitus (Blutzucker steigt)
- Osteoporose
- Magengeschwüren
- Schweren Infektionen
- Glaukom
- Psychischen Erkrankungen
Schwangerschaft: Bei strenger Indikation möglich. Prednisolon wird in der Plazenta teilweise inaktiviert und gilt als bevorzugtes Kortikoid in der Schwangerschaft.
Mögliche Nebenwirkungen
Bei Kurzzeitanwendung (< 2 Wochen) meist gut verträglich.
Mögliche Nebenwirkungen:
- Schlafstörungen
- Stimmungsveränderungen (Euphorie oder Gereiztheit)
- Gesteigerter Appetit
- Blutzuckeranstieg
- Magenbeschwerden
Bei Langzeitanwendung (> 4 Wochen):
- Cushing-Syndrom (Mondgesicht, Stammfettsucht)
- Osteoporose
- Diabetes
- Muskelschwäche
- Hautveränderungen (dünne Haut, Blutergüsse)
- Infektanfälligkeit
- Nebennieren-Insuffizienz beim Absetzen
Hinweis: Bei kurzzeitiger Anwendung im Schmerzbereich ist das Nebenwirkungsrisiko gering.
Wechselwirkungen
Wirkungsverstärkung von:
- NSAR (erhöhtes GI-Blutungsrisiko)
- Antikoagulanzien (Blutungsrisiko)
Wirkungsabschwächung von:
- Oralen Antidiabetika und Insulin (Blutzucker steigt)
- Antihypertensiva (Blutdruck kann steigen)
Erhöhter Prednisolon-Abbau durch:
- Rifampicin
- Phenytoin, Carbamazepin
- Barbiturate
Erhöhte Prednisolon-Spiegel durch:
- Ketoconazol
- Itraconazol
- Orale Kontrazeptiva
Häufige Fragen
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