Was ist Meloxicam?
Meloxicam ist ein nicht-steroidales Antirheumatikum (NSAR) mit präferentieller COX-2-Hemmung. Das bedeutet, es hemmt COX-2 stärker als COX-1, ohne so hochselektiv wie die Coxibe (Celecoxib, Etoricoxib) zu sein.
Meloxicam zeichnet sich durch eine lange Halbwertszeit aus und muss nur einmal täglich eingenommen werden. Es wird seit den 1990er-Jahren eingesetzt und ist als Generikum breit verfügbar.
Die Hauptanwendungsgebiete sind Arthrose und rheumatoide Arthritis.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Meloxicam
Meloxicam hemmt bevorzugt die Cyclooxygenase-2 (COX-2):
Wirkmechanismus:
- Bevorzugte Hemmung von COX-2 gegenüber COX-1
- Weniger Einfluss auf die Magenschleimhaut als nicht-selektive NSAR
- Dennoch keine vollständige COX-2-Selektivität
Pharmakokinetik:
- Bioverfügbarkeit: ca. 89 %
- Halbwertszeit: ca. 20 Stunden
- Einmal tägliche Einnahme ausreichend
- Steady State nach 3–5 Tagen
Wirkprofil:
- Schmerzlindernd
- Entzündungshemmend
- Leicht fiebersenkend
Für wen ist es geeignet?
Meloxicam ist geeignet für:
- Arthrose (symptomatische Kurzzeitbehandlung)
- Rheumatoide Arthritis
- Morbus Bechterew
Vorteile:
- Einmal tägliche Einnahme
- Etwas besseres GI-Profil als Diclofenac oder Ibuprofen
- Lange klinische Erfahrung
Nicht geeignet:
- Bei aktiven Magen-Darm-Geschwüren
- Bei schwerer Herz-, Leber- oder Niereninsuffizienz
- In der Schwangerschaft (insb. 3. Trimenon)
Verfügbare Dosierungen
Tabletten:
- 7,5 mg, 15 mg
Arthrose:
- 7,5 mg einmal täglich
- Bei unzureichender Wirkung: 15 mg einmal täglich
Rheumatoide Arthritis / Morbus Bechterew:
- 15 mg einmal täglich
- Bei Besserung: Reduktion auf 7,5 mg möglich
Maximale Tagesdosis: 15 mg
Ältere Patienten: 7,5 mg pro Tag empfohlen.
Einnahmehinweise
Einnahme:
- Einmal täglich zu einer Mahlzeit
- Mit einem Glas Wasser einnehmen
- Möglichst zur gleichen Tageszeit
Wichtige Hinweise:
- Niedrigste wirksame Dosis verwenden
- Regelmäßige ärztliche Kontrolle bei Langzeitanwendung
- Nicht mit anderen NSAR kombinieren
- Nierenfunktion und Blutbild kontrollieren
Gegenanzeigen
Meloxicam darf nicht eingenommen werden bei:
- Überempfindlichkeit gegen Meloxicam oder andere NSAR
- Aktiven GI-Geschwüren oder Blutungen
- Schwerer Herzinsuffizienz
- Schwerer Leber- oder Niereninsuffizienz
- Letztem Schwangerschaftsdrittel
- Kindern unter 16 Jahren
Vorsicht bei:
- Älteren Patienten
- GI-Erkrankungen in der Vorgeschichte
- Kardiovaskulären Risikofaktoren
- Asthma bronchiale
- Einnahme von Antikoagulanzien
Mögliche Nebenwirkungen
Häufig (1–10 %):
- Magen-Darm-Beschwerden (Dyspepsie, Übelkeit)
- Kopfschmerzen
- Ödeme
Gelegentlich (0,1–1 %):
- Magengeschwüre, GI-Blutungen
- Bluthochdruck
- Hautausschlag
- Erhöhte Leberwerte
- Schwindel
Selten:
- Schwere allergische Reaktionen
- Nierenfunktionsstörungen
- Blutbildveränderungen
GI-Profil: Meloxicam verursacht tendenziell weniger Magenprobleme als Diclofenac oder Ibuprofen, aber mehr als die hochselektiven COX-2-Hemmer.
Wechselwirkungen
Erhöhtes Blutungsrisiko mit:
- Antikoagulanzien
- ASS, andere NSAR
- SSRI-Antidepressiva
- Kortikosteroide
Wirkungsabschwächung von:
- ACE-Hemmern, Sartanen
- Diuretika
Erhöhte Toxizität von:
- Methotrexat
- Lithium
- Ciclosporin
Häufige Fragen
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Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt. Lesen Sie vor der Einnahme die Packungsbeilage.





