Was ist DoloPosterine® (Bufexamac/Lidocain)?
DoloPosterine® ist ein rezeptpflichtiges Kombipräparat zur Behandlung von Hämorrhoiden, das KEIN Kortikosteroid enthält. Stattdessen wird Bufexamac – ein nicht-steroidaler entzündungshemmender Wirkstoff (NSAID) – mit dem Lokalanästhetikum Lidocain kombiniert.
Der Vorteil gegenüber kortikosteroidhaltigen Präparaten wie Doloproct® liegt darin, dass Bufexamac keine Hautatrophie (Hautverdünnung) verursacht und daher prinzipiell auch etwas länger angewendet werden kann.
DoloPosterine® ist als Rektalcreme und als Zäpfchen verfügbar. Es wird bei Hämorrhoiden, Analekzem und Analfissuren eingesetzt, wenn eine kortisonfreie Behandlung bevorzugt wird.
Hinweis: Bufexamac ist in einigen Darreichungsformen von der EMA eingeschränkt worden (dermal). Die rektale Anwendung ist in Deutschland weiterhin erhältlich.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Bufexamac / Lidocainhydrochlorid
DoloPosterine® kombiniert zwei Wirkstoffe:
1. Bufexamac (nicht-steroidaler Entzündungshemmer):
- Hemmt die Cyclooxygenase (COX) lokal
- Reduziert Prostaglandin-Synthese in der entzündeten Schleimhaut
- Entzündungshemmende Wirkung ohne Kortison
- Keine Hautatrophie bei längerer Anwendung
- Abschwellende und juckreizlindernde Wirkung
2. Lidocain (Lokalanästhetikum):
- Sofortige örtliche Betäubung
- Blockiert Natriumkanäle der Schmerzfasern
- Lindert Schmerzen, Brennen und Juckreiz
- Wirkungseintritt innerhalb weniger Minuten
- Wirkdauer: 1–2 Stunden
Kombinierte Wirkung: Lidocain sorgt für sofortige Schmerzlinderung, während Bufexamac die zugrunde liegende Entzündung bekämpft – ohne die Nachteile eines Kortikosteroids.
Für wen ist es geeignet?
DoloPosterine® ist geeignet für:
- Hämorrhoiden Grad I und II
- Analekzem
- Oberflächliche Analfissuren
- Proktitis
Besonders empfohlen bei:
- Patienten, die kein Kortison verwenden möchten oder dürfen
- Wiederholte Hämorrhoidalbeschwerden (kein Atrophie-Risiko)
- Wenn Doloproct® wegen Kortison-Nebenwirkungen nicht geeignet ist
- Milde bis mäßige Beschwerden
Nicht geeignet:
- Schwere Hämorrhoiden (Grad III–IV)
- Überempfindlichkeit gegen Bufexamac oder Lidocain
- Infektionen im Anwendungsbereich (Pilze, Viren)
- Bekannte Kontaktallergie gegen Bufexamac
Verfügbare Dosierungen
Rektalcreme:
- 2–3 × täglich dünn auftragen
- Bei akuten Beschwerden initial häufiger
- Nach Besserung: 1–2 × täglich
Zäpfchen:
- 1 Zäpfchen 2–3 × täglich rektal einführen
- Nach Besserung: 1 × täglich
Anwendungsdauer:
- Empfohlen: 1–2 Wochen
- Maximal 3–4 Wochen ohne ärztliche Neubeurteilung
- Kein striktes Zeitlimit wie bei Kortikosteroid-Präparaten, aber ärztliche Kontrolle empfohlen
Verfügbare Darreichungsformen:
- DoloPosterine® Rektalcreme (mit Applikator)
- DoloPosterine® Zäpfchen
Einnahmehinweise
Rektalcreme:
- Analregion vor Anwendung sanft reinigen und trocknen
- Dünne Schicht auftragen (äußerlich)
- Bei inneren Hämorrhoiden: Applikator verwenden
- Hände nach Anwendung waschen
Zäpfchen:
- Vorzugsweise nach dem Stuhlgang einführen
- Zäpfchen mit angefeuchteten Fingern einführen
- Abgerundetes Ende zuerst
Wichtige Hinweise:
- Bei erstmaliger Anwendung auf allergische Reaktion achten
- Wenn sich Beschwerden verschlimmern oder nach 1 Woche nicht bessern: Arzt aufsuchen
- Nicht bei blutenden Hämorrhoiden ohne ärztliche Abklärung
- Latex-Kondome können durch den Salbengrundstoff beschädigt werden
Allgemeine Maßnahmen:
- Ballaststoffreiche Ernährung und ausreichend Trinken
- Starkes Pressen beim Stuhlgang vermeiden
- Analregion nach Stuhlgang sanft reinigen
Gegenanzeigen
DoloPosterine® darf nicht angewendet werden bei:
- Überempfindlichkeit gegen Bufexamac oder Lidocain
- Bekannte Kontaktallergie gegen Bufexamac
- Virusinfektionen im Anwendungsbereich (Herpes, Varizellen)
- Pilzinfektionen im Anwendungsbereich
Vorsicht bei:
- Allergischer Disposition (Bufexamac kann Kontaktsensibilisierung auslösen)
- Neurodermitis / atopischem Ekzem (erhöhtes Allergisierungsrisiko)
- Großflächiger oder langandauernder Anwendung
Schwangerschaft und Stillzeit: Keine ausreichenden Daten. Nur nach ärztlicher Rücksprache anwenden. Die systemische Aufnahme bei rektaler Anwendung ist gering.
Wichtiger Hinweis zu Bufexamac: Bufexamac kann in seltenen Fällen eine Kontaktallergie auslösen. Bei zunehmender Rötung, Juckreiz oder Verschlimmerung der Beschwerden sollte die Anwendung sofort beendet und ein Arzt aufgesucht werden.
Mögliche Nebenwirkungen
Gelegentlich (0,1–1 %):
- Brennen am Applikationsort (vorübergehend)
- Lokaler Juckreiz
- Hautrötung
Selten:
- Kontaktallergische Reaktion auf Bufexamac
- Kontaktdermatitis (kann sich als Verschlimmerung der Symptome äußern)
- Allergische Reaktion auf Lidocain (sehr selten)
Hinweis zu Kontaktallergie: Bufexamac hat ein gewisses Potenzial zur Kontaktsensibilisierung. Dies war der Grund für Einschränkungen bei der dermalen Anwendung in einigen Ländern. Bei der rektalen Anwendung ist das Risiko geringer. Wenn sich die Symptome unter der Behandlung verschlimmern, könnte eine Kontaktallergie vorliegen – sofort absetzen und Arzt konsultieren.
Vorteil gegenüber Kortikosteroid-Präparaten: Keine Hautatrophie, keine Teleangiektasien, keine Striae auch bei etwas längerer Anwendung.
Wechselwirkungen
Klinisch relevante Wechselwirkungen: Bei der rektalen Anwendung sind systemische Wechselwirkungen praktisch ausgeschlossen.
Theoretisch möglich:
- Andere Lokalanästhetika: Additive Lidocain-Wirkung
- Latex-Kondome: Können durch den Salbengrundstoff beschädigt werden
Hinweis: Die systemische Aufnahme von Bufexamac und Lidocain aus rektaler Anwendung ist zu gering für klinisch relevante Arzneimittelwechselwirkungen.
Häufige Fragen
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Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt. Lesen Sie vor der Einnahme die Packungsbeilage.




