Was ist Metformin?
Metformin ist ein orales Antidiabetikum aus der Gruppe der Biguanide und gilt als Mittel der ersten Wahl bei Diabetes mellitus Typ 2. Es senkt den Blutzuckerspiegel, ohne eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) auszulösen, und wird weltweit am häufigsten zur Behandlung von Typ-2-Diabetes verordnet.
Metformin ist unter verschiedenen Markennamen erhältlich, darunter Glucophage®, Siofor® und Metformin Lich®. Zahlreiche Generika sind verfügbar.
Der Wirkstoff wird in der Regel als Langzeittherapie eingesetzt und oft mit anderen Antidiabetika oder Insulin kombiniert, wenn die Blutzuckerkontrolle allein nicht ausreicht.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Metformin (Metforminhydrochlorid)
Metformin wirkt über mehrere Mechanismen auf den Glukosestoffwechsel:
Hemmung der Glukoseproduktion in der Leber:
- Reduziert die hepatische Glukoneogenese (Zuckerneubildung)
- Dies ist der wichtigste Wirkmechanismus
Verbesserung der Insulinempfindlichkeit:
- Steigert die Glukoseaufnahme in Muskel- und Fettzellen
- Die Körperzellen reagieren wieder besser auf körpereigenes Insulin
Verzögerung der Glukoseaufnahme im Darm:
- Verlangsamt die Zuckeraufnahme aus der Nahrung
Vorteile gegenüber anderen Antidiabetika:
- Kein erhöhtes Hypoglykämie-Risiko bei alleiniger Anwendung
- Gewichtsneutral bis leicht gewichtsreduzierend
- Nachgewiesener kardiovaskulärer Nutzen
Für wen ist es geeignet?
Metformin ist geeignet für:
- Erwachsene mit Diabetes mellitus Typ 2
- Als erste medikamentöse Therapie nach Lebensstiländerungen
- In Kombination mit anderen Antidiabetika oder Insulin
- Übergewichtige Patienten mit Typ-2-Diabetes (besonderer Nutzen)
Nicht geeignet:
- Diabetes Typ 1
- Schwere Nierenfunktionsstörung (eGFR < 30 ml/min)
- Akute Zustände mit Risiko einer Laktatazidose
- Schwangerschaft und Stillzeit
Verfügbare Dosierungen
Verfügbare Stärken:
- 500 mg Filmtabletten
- 850 mg Filmtabletten
- 1000 mg Filmtabletten
Retardtabletten:
- 500 mg, 750 mg, 1000 mg (verzögerte Freisetzung)
Übliche Dosierung:
- Beginn: 500 mg 1-2x täglich oder 850 mg 1x täglich
- Steigerung alle 1-2 Wochen
- Maximaldosis: 3000 mg/Tag (üblich: 2000 mg/Tag)
Einnahmehinweise
Einnahme:
- Zu oder nach den Mahlzeiten einnehmen (reduziert Magen-Darm-Beschwerden)
- Tabletten unzerkaut mit Wasser schlucken
- Retardtabletten nicht zerteilen oder zerkauen
Dosierungsschema (typisch):
- Woche 1-2: 500 mg abends
- Woche 3-4: 500 mg morgens und abends
- Dann ggf. Steigerung auf 3x 500 mg oder 2x 1000 mg
Wichtige Hinweise:
- Regelmäßig einnehmen, auch wenn keine Symptome bestehen
- Vor Kontrastmitteluntersuchungen (CT/MRT) absetzen und 48 h danach pausieren
- Bei Operationen nach ärztlicher Anweisung pausieren
- Regelmäßige Nierenwertkontrollen wahrnehmen
Gegenanzeigen
Metformin darf nicht eingenommen werden bei:
- Schwerer Niereninsuffizienz (eGFR < 30 ml/min)
- Diabetischer Ketoazidose oder diabetischem Präkoma
- Akuten Zuständen mit Risiko einer Nierenschädigung (Dehydratation, schwere Infektionen, Schock)
- Leberinsuffizienz
- Alkoholintoxikation, Alkoholismus
- Herzinsuffizienz (NYHA IV)
- Zustände mit Gewebehypoxie (Herz-Kreislauf-Schock, respiratorische Insuffizienz)
Vorsicht bei:
- Eingeschränkter Nierenfunktion (eGFR 30-45 ml/min: max. 1000 mg/Tag)
- Älteren Patienten (häufigere Nierenwertkontrollen)
- Vor Kontrastmittelgabe (48 h Pause)
Schwangerschaft/Stillzeit: Metformin ist in der Schwangerschaft nicht zugelassen. Umstellung auf Insulin erforderlich.
Mögliche Nebenwirkungen
Sehr häufig (>10%):
- Übelkeit
- Erbrechen
- Durchfall
- Bauchschmerzen
- Appetitlosigkeit
Hinweis: Diese Beschwerden treten vor allem zu Beginn der Therapie auf und bessern sich meist nach einigen Wochen. Einnahme zum Essen und langsame Dosissteigerung helfen.
Häufig (1-10%):
- Geschmacksstörungen (metallisch)
Selten:
- Laktatazidose (sehr selten, aber potenziell lebensbedrohlich)
- Vitamin-B12-Mangel bei Langzeitanwendung
- Leberfunktionsstörungen
- Hautreaktionen
Langfristig: Bei jahrelanger Einnahme regelmäßig Vitamin-B12-Spiegel kontrollieren lassen.
Wechselwirkungen
Alkohol: Erhöhtes Risiko einer Laktatazidose. Übermäßigen Alkoholkonsum vermeiden.
Kontrastmittel (jodhaltig): Metformin 48 Stunden vor und nach der Untersuchung absetzen. Risiko einer Nierenschädigung.
Vorsicht bei gleichzeitiger Einnahme von:
- ACE-Hemmern, Diuretika – Nierenfunktion kann sich verschlechtern
- Kortikosteroiden – können den Blutzucker erhöhen
- Anderen Antidiabetika oder Insulin – Hypoglykämie-Risiko steigt in Kombination
Wechselwirkungen über Niere: Medikamente, die die Nierenfunktion beeinflussen, erfordern besondere Überwachung.
Häufige Fragen
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Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt. Lesen Sie vor der Einnahme die Packungsbeilage.





