Was ist Canemes?
Canemes ist ein Arzneimittel mit dem Wirkstoff Nabilon, einem synthetischen Cannabinoid. Es ist strukturell verwandt mit THC und wirkt ähnlich über das Endocannabinoidsystem.
Canemes ist in Deutschland zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen bei Chemotherapie zugelassen, wenn andere Antiemetika nicht ausreichend wirken.
Es bietet eine standardisierte Dosierung in Kapselform und wird als verschreibungspflichtiges Betäubungsmittel eingestuft.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Nabilon (synthetisches Cannabinoid)
Nabilon wirkt über das Endocannabinoidsystem:
Wirkmechanismus:
- Agonist an CB1- und CB2-Rezeptoren
- Hemmt das Brechzentrum im Gehirn
- Moduliert Schmerzwahrnehmung
Wirkungen:
- Stark antiemetisch (gegen Übelkeit)
- Leicht schmerzlindernd
- Appetitanregend
- Anxiolytisch (angstlösend)
Pharmakokinetik:
- Gute orale Bioverfügbarkeit
- Wirkbeginn: 1-2 Stunden
- Wirkdauer: 8-12 Stunden
Für wen ist es geeignet?
Canemes ist zugelassen bei:
- Übelkeit und Erbrechen durch Chemotherapie (wenn Standardantiemetika versagen)
Off-Label-Einsatz möglich bei:
- Chronischen Schmerzen
- Spastik
- Appetitlosigkeit
Voraussetzungen:
- Andere Antiemetika nicht ausreichend wirksam
- Ärztliche Verordnung auf BtM-Rezept
Nicht geeignet:
- Bei schweren psychiatrischen Erkrankungen
- Bei Schwangerschaft und Stillzeit
- Unter 18 Jahren
Verfügbare Dosierungen
Verfügbare Stärke:
- 1 mg Kapseln
Dosierung bei Chemotherapie:
- 1-2 mg zweimal täglich
- Erste Dosis am Abend vor der Chemotherapie
- Weiter während der Chemotherapie
- Bis 48 Stunden nach letzter Chemotherapie-Dosis
Maximaldosis:
- 6 mg täglich, aufgeteilt auf 3 Einzeldosen
Wichtig: Individuelle Dosisfindung unter ärztlicher Aufsicht.
Einnahmehinweise
Einnahme:
- Kapseln unzerkaut mit Wasser schlucken
- Unabhängig von Mahlzeiten möglich
- Erste Dosis am Abend vor der Chemotherapie
Hinweise:
- BtM-Rezept erforderlich
- Kein Fahren oder Bedienen von Maschinen
- Kein Alkohol
- Regelmäßige ärztliche Kontrollen
Gegenanzeigen
Gegenanzeigen:
- Überempfindlichkeit gegen Nabilon oder Cannabinoide
- Schwere psychische Erkrankungen
- Schwangerschaft und Stillzeit
Vorsicht bei:
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Lebererkrankungen
- Suchterkrankungen in der Vorgeschichte
- Älteren Patienten
Mögliche Nebenwirkungen
Häufig:
- Schwindel
- Schläfrigkeit
- Mundtrockenheit
- Euphorie
- Konzentrationsstörungen
Gelegentlich:
- Sehstörungen
- Herzrasen
- Appetitveränderungen
- Stimmungsschwankungen
Selten:
- Halluzinationen
- Paranoia
- Depression
Wechselwirkungen
Wechselwirkungen mit:
- ZNS-Dämpfenden Substanzen (Benzodiazepine, Opioide)
- Alkohol
- Anticholinergika
Fahreignung:
- Fahren und Bedienen von Maschinen kontraindiziert
Häufige Fragen
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Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt. Lesen Sie vor der Einnahme die Packungsbeilage.
