Überblick
In diesem Abschnitt erhalten Sie einen Überblick über das Krankheitsbild und seine Relevanz für Ihre Gesundheit.
Ein Testosteronmangel – medizinisch als männlicher Hypogonadismus bezeichnet – betrifft deutlich mehr Männer, als viele vermuten. Schätzungen zufolge weisen bis zu 20 Prozent der Männer über 50 Jahren erniedrigte Testosteronwerte auf. Dennoch bleibt der Mangel häufig unerkannt, da die Symptome unspezifisch sind und oft dem normalen Alterungsprozess zugeschrieben werden.
Testosteron ist das wichtigste männliche Sexualhormon und spielt eine zentrale Rolle für Sexualfunktion, Muskelkraft, Knochengesundheit, Energie, Stimmung und Stoffwechsel. Sinkt der Spiegel unter einen bestimmten Wert, kann dies die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.
Die gute Nachricht: Ein Testosteronmangel lässt sich zuverlässig diagnostizieren und in vielen Fällen sehr effektiv behandeln. Moderne Testosterontherapien können Symptome deutlich lindern und das Wohlbefinden spürbar verbessern – auch im Rahmen einer ärztlich begleiteten Online-Behandlung.
Was ist das?
Hier erfahren Sie, was diese Erkrankung medizinisch kennzeichnet und wie sie definiert wird.
Testosteron ist ein Steroidhormon, das überwiegend in den Hoden gebildet wird und für die Entwicklung und Aufrechterhaltung männlicher Geschlechtsmerkmale verantwortlich ist. Bereits im Mutterleib beeinflusst es die Geschlechtsentwicklung, später steuert es unter anderem Libido, Erektionsfähigkeit, Muskel- und Knochenmasse sowie die Spermienproduktion.
Von einem Testosteronmangel spricht man, wenn der Testosteronspiegel im Blut dauerhaft unter den altersabhängigen Normbereich fällt und gleichzeitig typische Symptome auftreten. Ein isoliert niedriger Laborwert ohne Beschwerden gilt nicht automatisch als behandlungsbedürftige Erkrankung.
Medizinisch unterscheidet man zwei Formen:
- Primärer Hypogonadismus: Die Hoden produzieren zu wenig Testosteron.
- Sekundärer Hypogonadismus: Die Steuerung über Hypothalamus oder Hypophyse ist gestört.
In vielen Fällen liegt eine Mischform vor, insbesondere bei älteren Männern oder bei chronischen Erkrankungen.
Ursachen
Die folgenden Informationen erläutern, welche Faktoren zur Entstehung dieser Erkrankung beitragen können.
Die Ursachen eines Testosteronmangels sind vielfältig und können angeboren oder erworben sein.
Altersbedingter Testosteronabfall ist die häufigste Ursache. Ab dem 30. Lebensjahr sinkt der Testosteronspiegel jährlich um etwa 1 bis 2 Prozent. Bei manchen Männern bleibt dieser Abfall symptomlos, bei anderen führt er zu einem klinisch relevanten Mangel.
Chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Adipositas, Bluthochdruck oder chronische Nierenerkrankungen können die Testosteronproduktion negativ beeinflussen. Besonders stark wirkt sich viszerales Bauchfett aus, da es Testosteron in Östrogene umwandelt.
Hormonelle Störungen betreffen die hormonelle Steuerung im Gehirn, etwa durch Tumoren der Hypophyse, Schädel-Hirn-Traumata oder genetische Erkrankungen.
Medikamente und Lebensstilfaktoren spielen ebenfalls eine Rolle. Dazu gehören:
- Langfristige Einnahme von Opioiden oder Kortison
- Exzessiver Alkoholkonsum
- Anabolikamissbrauch
- Chronischer Stress und Schlafmangel
Symptome
Dieser Abschnitt beschreibt die typischen Anzeichen und Beschwerden, auf die Sie achten sollten.
Die Symptome eines Testosteronmangels entwickeln sich oft schleichend und werden deshalb lange nicht als hormonell bedingt erkannt.
Typische sexuelle Symptome sind:
- Verminderte Libido (sexuelles Verlangen)
- Erektionsstörungen
- Reduzierte morgendliche Erektionen
- Abnehmende Fruchtbarkeit
Körperliche Symptome können sein:
- Abnahme von Muskelmasse und Kraft
- Zunahme von Körperfett, insbesondere am Bauch
- Verminderte Knochendichte (Osteoporoserisiko)
- Erhöhte Ermüdbarkeit und Leistungsabfall
Psychische Symptome äußern sich häufig durch:
- Antriebslosigkeit
- Depressive Verstimmungen
- Reizbarkeit
- Konzentrationsprobleme
Warnzeichen sind eine Kombination mehrerer dieser Beschwerden über einen längeren Zeitraum hinweg.
Diagnose
Im Folgenden erfahren Sie, wie diese Erkrankung durch ärztliche Untersuchungen festgestellt wird.
Die Diagnose eines Testosteronmangels basiert immer auf der Kombination aus Symptomen und Blutuntersuchungen.
Entscheidend ist die Bestimmung des Gesamttestosterons im Morgenblut, da die Werte im Tagesverlauf schwanken und morgens am höchsten sind. In der Regel werden mindestens zwei Messungen an unterschiedlichen Tagen empfohlen, um Zufallsschwankungen auszuschließen.
Zusätzlich können weitere Laborwerte bestimmt werden, darunter:
- Freies Testosteron
- SHBG (Sexualhormon-bindendes Globulin)
- LH und FSH zur Ursachenklärung
- Begleitwerte wie Blutzucker, Blutfette und PSA
Im Rahmen einer Online-Konsultation erfolgt zunächst eine strukturierte medizinische Anamnese. Bei entsprechender Symptomatik kann der Arzt eine Blutuntersuchung veranlassen oder vorhandene Laborwerte bewerten, um über eine Therapie zu entscheiden.
Behandlung
Hier werden die verfügbaren Therapieoptionen und deren Wirkungsweise erläutert.
Die Behandlung eines Testosteronmangels richtet sich nach Ursache, Schweregrad und individuellen Bedürfnissen des Patienten.
Testosteron-Gele sind eine häufig eingesetzte Therapieform. Der Wirkstoff wird täglich auf die Haut aufgetragen und über die Haut in den Blutkreislauf aufgenommen. Vorteile sind eine gleichmäßige Hormonspiegelung und eine einfache Anwendung. Mögliche Nebenwirkungen sind Hautreizungen oder eine unbeabsichtigte Übertragung auf Kontaktpersonen.
Testosteron-Injektionen werden in regelmäßigen Abständen in den Muskel verabreicht. Je nach Präparat erfolgt die Gabe alle 2 bis 12 Wochen. Sie führen zu stabilen Testosteronwerten, können aber kurz nach der Injektion zu höheren Spitzenwerten führen.
Weitere Darreichungsformen wie Pflaster oder orale Präparate spielen in Deutschland eine untergeordnete Rolle.
Mögliche Nebenwirkungen einer Testosterontherapie sind:
- Akne und fettige Haut
- Wassereinlagerungen
- Anstieg des Hämatokrits
- Prostatabeschwerden bei vorbestehenden Erkrankungen
Wichtige Kontraindikationen sind unter anderem:
- Prostata- oder Brustkrebs
- Stark erhöhter Hämatokrit
- Unbehandelte schwere Schlafapnoe
Die Therapie erfolgt immer unter ärztlicher Kontrolle mit regelmäßigen Verlaufskontrollen.
Verfügbare Medikamente
Für die Behandlung stehen verschiedene verschreibungspflichtige Medikamente zur Verfügung. Klicken Sie auf ein Medikament, um mehr über Wirkung, Dosierung und Nebenwirkungen zu erfahren.
Prävention
Dieser Abschnitt gibt Hinweise zur Vorbeugung und zur Reduzierung von Risikofaktoren.
Ein altersbedingter Testosteronabfall lässt sich nicht vollständig verhindern, jedoch können Lebensstilfaktoren den Hormonhaushalt positiv beeinflussen.
Regelmäßige körperliche Aktivität, insbesondere Krafttraining, kann die körpereigene Testosteronproduktion unterstützen. Ebenso wichtig sind ein normales Körpergewicht, ausreichend Schlaf und ein moderater Alkoholkonsum.
Die Behandlung chronischer Erkrankungen wie Diabetes oder Adipositas trägt ebenfalls dazu bei, den Testosteronspiegel zu stabilisieren und Symptome zu reduzieren.
FAQ
Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zu diesem Thema.
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