Überblick
In diesem Abschnitt erhalten Sie einen Überblick über das Krankheitsbild und seine Relevanz für Ihre Gesundheit.
Mycoplasma genitalium ist ein relativ wenig bekannter, aber medizinisch relevanter Erreger sexuell übertragbarer Infektionen. In den letzten Jahren hat seine Bedeutung deutlich zugenommen, da er häufig chronische oder wiederkehrende Beschwerden verursacht und zunehmend Resistenzen gegen Antibiotika entwickelt.
Viele Infektionen verlaufen zunächst symptomarm oder unbemerkt. Bleibt die Erkrankung unbehandelt, kann sie jedoch zu anhaltenden Entzündungen und Komplikationen führen – insbesondere im Urogenitaltrakt.
Die gute Nachricht: Mit einer gezielten Diagnostik und einer leitliniengerechten Therapie lässt sich Mycoplasma genitalium in den meisten Fällen erfolgreich behandeln – auch nach ärztlicher Prüfung im Rahmen einer Online-Konsultation.
Was ist das?
Hier erfahren Sie, was diese Erkrankung medizinisch kennzeichnet und wie sie definiert wird.
Mycoplasma genitalium ist ein sehr kleines Bakterium, das – ähnlich wie Ureaplasmen – keine Zellwand besitzt. Dadurch ist es gegen viele gängige Antibiotika, insbesondere Penicilline, von Natur aus unempfindlich.
Der Erreger befällt vor allem die Schleimhäute des Urogenitaltrakts und kann dort Entzündungen verursachen. Die Inkubationszeit ist variabel und kann mehrere Wochen betragen.
Besonders problematisch ist die zunehmende Resistenzentwicklung von Mycoplasma genitalium gegenüber häufig eingesetzten Antibiotika, was die Behandlung anspruchsvoller macht.
Ursachen
Die folgenden Informationen erläutern, welche Faktoren zur Entstehung dieser Erkrankung beitragen können.
Die Übertragung von Mycoplasma genitalium erfolgt nahezu ausschließlich durch sexuellen Kontakt.
Übertragungswege sind:
- Ungeschützter vaginaler Geschlechtsverkehr
- Ungeschützter Analverkehr
- Ungeschützter Oralverkehr
Risikofaktoren sind:
- Häufig wechselnde Sexualpartner
- Ungeschützter Geschlechtsverkehr
- Frühere oder gleichzeitige sexuell übertragbare Infektionen
Auch symptomfreie Personen können den Erreger übertragen.
Symptome
Dieser Abschnitt beschreibt die typischen Anzeichen und Beschwerden, auf die Sie achten sollten.
Viele Infektionen mit Mycoplasma genitalium verlaufen ohne Symptome. Wenn Beschwerden auftreten, sind sie häufig unspezifisch und langanhaltend.
Typische Symptome bei Frauen:
- Brennen beim Wasserlassen
- Vermehrter oder veränderter Ausfluss
- Unterbauchschmerzen
- Zwischenblutungen
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
Typische Symptome bei Männern:
- Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen
- Ausfluss aus der Harnröhre
- Anhaltende Harnröhrenentzündung
Warnzeichen sind anhaltende oder wiederkehrende Beschwerden trotz Behandlung sowie Symptome in der Schwangerschaft.
Diagnose
Im Folgenden erfahren Sie, wie diese Erkrankung durch ärztliche Untersuchungen festgestellt wird.
Die Diagnose von Mycoplasma genitalium erfolgt ausschließlich durch einen gezielten Erregernachweis.
Standard ist ein PCR-Test, der die DNA des Bakteriums nachweist. Der Erreger wird nicht routinemäßig bei Standard-STI-Tests erfasst, weshalb gezielt danach gesucht werden muss.
Eine Testung wird insbesondere empfohlen bei:
- Persistierenden oder wiederkehrenden Beschwerden
- Therapieresistenter Harnröhren- oder Gebärmutterhalsentzündung
- Positiver STI-Anamnese ohne erklärenden Befund
Im Rahmen einer Online-Konsultation kann die Indikation zur Testung geprüft werden.
Behandlung
Hier werden die verfügbaren Therapieoptionen und deren Wirkungsweise erläutert.
Die Behandlung von Mycoplasma genitalium ist aufgrund von Resistenzen komplex und sollte leitliniengerecht erfolgen.
Azithromycin wurde früher häufig eingesetzt, ist jedoch aufgrund steigender Resistenzen nicht mehr immer wirksam.
Moxifloxacin ist heute oft das Mittel der zweiten Wahl bei nachgewiesener oder vermuteter Resistenz. Es wird über mehrere Tage eingenommen und ist in der Regel sehr effektiv.
Wichtige Hinweise:
- Die Therapie sollte konsequent durchgeführt werden.
- Sexualpartner sollten mituntersucht und mitbehandelt werden.
- Eine Kontrolluntersuchung nach Abschluss der Therapie ist wichtig.
Aufgrund möglicher Nebenwirkungen und Resistenzen ist eine ärztliche Begleitung unerlässlich.
Verfügbare Medikamente
Für die Behandlung stehen verschiedene verschreibungspflichtige Medikamente zur Verfügung. Klicken Sie auf ein Medikament, um mehr über Wirkung, Dosierung und Nebenwirkungen zu erfahren.
Prävention
Dieser Abschnitt gibt Hinweise zur Vorbeugung und zur Reduzierung von Risikofaktoren.
Der konsequente Gebrauch von Kondomen reduziert das Risiko einer Übertragung deutlich.
Bei anhaltenden oder wiederkehrenden Beschwerden sollte frühzeitig eine gezielte Diagnostik erfolgen, um langwierige Verläufe zu vermeiden.
Regelmäßige Tests bei wechselnden Sexualpartnern helfen, Infektionen frühzeitig zu erkennen.
FAQ
Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zu diesem Thema.
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